Ostern feiern!

Lesung, Evangelium und Predigt an Pfingsten – 31.05.2020

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Lesung aus der Apostelgeschichte

Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle,
die zu Jesus hielten, versammelt.

Plötzlich gab es ein mächtiges Rauschen,
wie wenn ein Sturm vom Himmel herabweht.

Das Rauschen erfüllte das ganze Haus,
in dem sie waren.

Dann sahen sie etwas wie Feuer, das sich zerteilte,
und auf jeden ließ sich eine Flammenzunge nieder.

Alle wurden vom Geist Gottes erfüllt
und begannen in anderen Sprachen zu reden,
jeder und jede,
wie es ihnen der Geist Gottes eingab.

Nun lebten in Jerusalem fromme Juden
aus aller Welt,die sich hier niedergelassen hatten.

Als sie das mächtige Rauschen hörten,
strömten sie alle zusammen.

Sie staunten und wunderten sich,
denn jeder hörte die Apostel,
in seiner Muttersprache reden.

Außer sich vor Staunen riefen sie:
„Die Leute, die da reden,
sind doch alle aus Galiläa!

Wie kommt es, dass jeder von uns
sie in seiner Muttersprache reden hört?

Wir kommen aus Persien, Medien und Elam,
aus Mesopotamien, aus Judäa und Kappadozien,
aus Pontus und aus der Provinz Asien,
aus Phrygien und Pamphylien,
aus Ägypten, aus der Gegend von Zyrene in Libyen
und sogar aus Rom.

Wir sind geborene Juden und Fremde,
die sich der jüdischen Gemeinde
angeschlossen haben,
Kreter und Araber.

Und wir alle hören sie in unserer Muttersprache
die großen Taten Gottes verkünden!“

 

Aus dem Evangelium nach Johannes

 

Es war Abend geworden an jenem Sonntag.

Die Jünger waren beisammen
und hatten aus Angst vor den führenden Juden
die Türen abgeschlossen.

Da kam Jesus,
trat in ihre Mitte und grüßte sie:
„Friede sei mit euch!“

Dann zeigte er ihnen die Wunden
in seinen Händen und an seiner Seite.

Als die Jünger ihren Herrn sahen,
freuten sie sich sehr.

Noch einmal sagte Jesus zu ihnen:
„Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater in diese Welt gesandt hat,
so sende ich euch in die Welt!“

Dann hauchte er sie an und sagte:
„Empfangt den Heiligen Geist!
Wenn ihr jemand die Vergebung seiner Schuld zusprecht,
ist die Schuld auch von Gott vergeben.

Und wem ihr die Schuld nicht vergebt,
der bleibt schuldig.“

 

Predigt von Pfarrer Hans Fischer

 

Pfingsten – das Fest des Heiligen Geistes

 

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

 

Mit Pfingsten, dem Fest der Heiligen Geistes, tun wir uns nicht so leicht. An Weihnachten geht es um das Kind in der Krippe. Wir können uns die Not der Eltern, den Stall und die Hirten vorstellen. Auch Ostern hat etwas Greifbares an sich. Der Leidensweg Jesu geht uns zu Herzen und sein Tod findet sich im Sterben von uns Menschen wieder. Seine Auferstehung von den Toten erfüllt auch uns mit Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus.

Anders das Pfingstfest. Der Geist Gottes ist nur schwer zu fassen und kaum zu begreifen. In ganz unterschiedlicher Weise zeigt er sich. Wie Feuer kommt er vom Himmel und mit Sturm erfüllt er das Haus, in dem die Freunde Jesu und Maria versammelt sind. Doch das bleibt nicht ohne Wirkung. Aus der Angst wir Mut und unterschiedliche Menschen verstehen plötzlich einander. So wird Pfingsten zur Geburtsstunde der Kirche. Dem Heiligen Geist wurden im Laufe der Zeit 7 besondere Gaben zugesprochen, die uns helfen können, ihn besser zu verstehen.

Am Anfang steht die Gabe der Weisheit, die uns hilft zu erkennen, worauf es ankommt. Die Zeichen der Zeit zu erkennen und richtig zu deuten, das war schon ein Thema zurzeit Jesu und ist es bis heute geblieben. Was will uns die Coronakris zeigen? Was muss und wird sich ändern in meinem persönlichen Leben und auch in der Kirche? Worauf kommt es in der Zukunft an? Da braucht es viel Weisheit, um die richtigen Antworten zu finden.

Wenn die Einsicht fehlt, wird es schwierig. Viele sehen so manche Auflagen, was das Coronavirus betrifft, nicht ein und tun sich dann schwer damit, sie einzuhalten. Einsicht geht über den Verstand und die Logik. Es handelt sich um eine Gabe des Heiligen Geistes, die uns helfen kann, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erfassen und die tieferen Zusammenhänge dieser Welt zu begreifen.

„Guter Rat ist teuer!“ heißt es und kann doch manchmal so günstig sein. Als Pfarrer bin ich froh und dankbar für den Pfarrgemeinderat und freue mich, wenn mir Frauen und Männer aus der Gemeinde mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch eigenverantwortlich aktiv werden. So wird auch die Verantwortung aller Getauften für das Leben der Gemeinde sichtbar.

Die Gabe der Stärke zeigt sich auch im Mut, sich auf neue Wege und Prozesse einzulassen, deren Ausgang offen ist. Es wird spannend, wie es mit dem synodalen Weg in Deutschland weitergeht und was am Ende als greifbares Ergebnis sehen wird. Es wird spannend, wie es mit der Seelsorge und Pastoral nach der Coronakrise weitergehen wird. Es wird spannend, wie es in der Zukunft um die Sorge um den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung steht. Da braucht es den Geist der Stärke und viel Mut zu neuen Wegen!

Die Gabe der Erkenntnis befähigt uns, dass wir uns selbst mit unseren Stärken und Schwächen erkennen und herausfinden, wer ich bin. Von Adam und Eva heißt es, dass sie erkannten, dass sie nackt waren, als ihnen die Augen aufgingen. Kann ich ehrlich in den Spiegel schauen und wahrnehmen, wie es um mich steht, auch wenn es eine schmerzliche Erkenntnis ist?

 „Lieber Gott mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm!“ heißt es in einem Kindergebt. Da klingt fromm sein sehr nach brav sein und das ist nicht gerade attraktiv, eher langweilig. Doch bei der Gabe der Frömmigkeit geht es mehr darum, dass wir unseren Glauben und die Verbindung zu Gott am Sonntag und auch im Alltag pflegen. Aus dem Gottesdienst, aus dem täglichen Gebet und der Orientierung am Wort Gottes schöpfen wir die Kraft, die wir für unseren Lebensweg brauchen, um einmal das Ziel zu erreichen und für immer bei Gott sein zu dürfen.

Die Gabe der Gottesfurcht hat mit der Ehrfurcht vor Gott zu tun und auch mit der Ehrfurcht vor der Würde eines jeden Menschen, der sein Ebenbild ist. So wie ich mit großer Ehrfurcht und Respekt vor Gott trete, genauso begegne ich auch einem jedem meiner Mitmenschen.

Pfingsten ist ein schwieriges Fest und doch brauchen wir es, tut es uns gut, diesen Heiligen Geist zu feiern und unser Herz für seine vielfältigen Gaben zu öffnen.

 

Meditation

 

Der Funke springt über
Die Freude steckt an
Der Jubel ist grenzenlos

Aber diesmal nicht bei der Abschlussfeier
Diesmal nicht im Fußballstadion
Diesmal nicht nach dem Konzertereignis

Sondern einfach in der Kirche
von Mensch zu Mensch

beGEISTernd

 

Markus Vogt

 

Das Osterlachen noch einmal zum Ende der Osterzeit:

 

Wohin in den Urlaub? Nicht nur für uns zurzeit eine schwierige Frage.

Auch die Himmlischen planen den jährlichen Betriebsurlaub. Petrus sammelt Vorschläge.
Erzengel Gabriel: „Ich bin für Bethlehem.“
Maria: „Da war ich schon mal. Es gab nicht mal ein freies Zimmer. Will ich nicht mehr hin.“
Erzengel Michael: „Wie wär's mit Jerusalem?“
Jesus: „Da war ich schon mal. Ging mir nicht so gut. Da will ich eigentlich nicht nochmal hin.“
Erzengel Raphael: „Was haltet ihr denn von Rom?“
Heiliger Geist: „Au ja, tolle Idee! In Rom war ich noch nie...“

  

 

 

Segnung des Osterfeuers und der Osterkerze

>>> Bilder der Osternacht als PDF